Valsartan

18. Juli 2018

Liebe Patienten,
sicher haben sie in der aktuellen Presse die derzeitige Diskussion bezüglich des Blutdruckmedikamentes Valsartan verfolgt. Da dadurch einige Unsicherheit entstanden ist, möchten wir an dieser Stelle ausführlich darüber informieren.

Was ist passiert?
In den Apotheken werden seit 5. Juli reihenweise Medikamente zurückgerufen, die den blutdrucksenkenden Wirkstoff Valsartan enthalten. Grund ist eine Verunreinigung mit dem potenziell krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin (NDMA).

Wie konnte das passieren?
Die Hersteller beziehen Wirkstoff bei einem Lieferanten aus China. Dort wurde 2012 die Herstellung umgestellt, was zu der möglichen Verunreinigung geführt hat.
Was ist N-Nitrosodimethylamin (NDMA)?
NDMA zählt zu den Nitrosaminen  und kann möglicherweise Krebs erzeugen. Im Tierversuch an Nagetieren wurde eine krebserregenden Wirkung auf Leber, Niere, Lunge und Blutgefäße festgestellt. Daten zur Wirkung am Menschen gibt es nicht. Die Substanz kann auch in gepökeltem Fleisch sowie in alkoholischen Getränken vorkommen.
Welche Hersteller sind betroffen?
Bislang haben mehr als ein Dutzend Hersteller ihre valsartanhaltigen Arzneimittel zurückgerufen. Betroffen sind sowohl Monopräparate, als auch die Kombination mit Hydrochlorothiazid. Zum Teil sind nur einzelne Stärken und Chargen betroffen:
Rathiopharm/AbZ/CT
Hexal/1A Pharma
Stada
AAA Pharma
Henning
Puren/Actavis
Basics comp – nicht betroffen sind die Monopräparate
Zentiva
Heumann
Dexcel

Welche Hersteller sind nicht betroffen
Novartis
TAD
Macleods
Mylanndura
Auroindo

Sind sie unsicher? Dann zögen sie nicht uns anzusprechen, wir helfen Ihnen weiter!

Warum kann ich mein Arzneimittel nicht einfach umtauschen?
In der Apotheke können Sie Arzneimittel zwar zur Entsorgung abgegeben, austauschen dürfen die Mitarbeiter das Medikament aber nicht. Auch die Zuzahlung gibt es nicht zurück. Denn die Apotheke darf Arzneimittel nur beim Vorliegen einer gültigen Verschreibung abgeben. Sie brauchen also ein neues Rezept. Entsprechend muss gegebenenfalls auch wieder die gesetzliche Zuzahlung geleistet werden. Fragen sie ihre Krankenkasse, ob sie die durch den Rückruf entstandenen Mehrkosten gegen Quittung übernimmt.
Welche Alternativen gibt es?
Ärzte können Arzneimittel, die nicht vom Rückruf betroffen sind und als sicher gelten, zu Lasten der Krankenkasse verordnen. Alternativ kann dosisäquivalent auf einen anderen Wirkstoff aus der Gruppe umgestellt werden.
Wie soll ich mich als Patient verhalten, wie ist das gesundheitliche Risiko?
Sie sollen das Arzneimittel nicht eigenmächtig absetzen. In jedem Fall soll Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) besteht derzeit kein akutes Patientenrisiko. Wird das Arzneimittel einfach abgesetzt, ist das Risiko höher, als wenn das zurückgerufen Arzneimittel eingenommen wird, so die Behörde. Zum aktuellen Zeitpunkt ist noch gar nicht bekannt, ob bzw. wie viel NDMA im Arzneimittel enthalten ist.

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